von Bernd Freisleben und Matthias Schulte

Die Freiwillige Feuerwehr Massenheim wurde im Jahr 1935 von einigen jungen Männern unter der Führung von Bernhard Weber gegründet. Diesen ersten Kameraden stand in der damaligen Zeit nur eine Handsaug- und Druckspritze zur Verfügung, die mittels Muskelkraft von sechs Männern betrieben werden musste und heute noch im Gerätehaus Massenheim aufbewahrt ist. Erst in den Kriegstagen 1941 wurde Massenheim mit einer Motorspritze ausgerüstet, was notwendig war, um den gestiegenen Anforderungen der zerstörenden Kraft des Zweiten Weltkrieges standzuhalten. Die wenigen daheimgebliebenen Kameraden wurden unter dem Ortsbrandmeister Bernhard Weber des Öfteren in den Bombennächten von Bad Vilbel und Frankfurt eingesetzt. Dabei wurden sie durch Jugendliche unterstützt. In den letzten Kriegsjahren bis einige Jahre nach Kriegsende führte Konstantin Weber die Wehr.
Bis 1959 waren Wilhelm Weber und danach Heinrich Schildwächter Ortsbrandmeister. Ab 1960 sind schriftliche Unterlagen erhalten, sodass die Entwicklung der Wehr ab diesem Zeitpunkt genauer nachgezeichnet werden kann. 1960 und 1961 fanden im ehemaligen Massenheimer Rathaus Versammlungen aller feuerwehrpflichtigen Männer statt, die im Gasthof „Zum goldenen Löwen“ fortgesetzt wurden. In beiden Sitzungen wurden Kurt Müller zum Ortsbrandmeister und Hermann Freisleben zu seinem Stellvertreter ernannt. Seit dieser Zeit kann man einen merklichen Aufwärtstrend der Wehr verzeichnen, der von der damaligen Gemeindevertretung durch die Bereitstellung von Mitteln für Kleidung und Ausrüstung unterstützt wurde. Im Jahr 1963 konnte die Wehr eine neue Motorspritze der Firma Metz anschaffen. Zum 30-jährigen Jubiläum wurde aus den Spendenmitteln von der Bevölkerung ein Banner erworben. Ebenfalls konnte zu diesem Fest 1965 ein Löschgruppenfahrzeug LF-8 gekauft und in Dienst gestellt werden. Damit war die Wehr in einem für damalige Verhältnisse guten Ausrüstungsstand. 1966 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet und 1970 von der Gemeinde ein Schlauchwagen SW-1000 erworben. Durch die Fahrzeuge wurde das Gerätehaus am Massenheimer Rathaus zu klein und ein neues in der Mühlstraße geplant. Dieses konnte Dank des einsichtigen Verhaltens des damaligen Bürgermeisters Dieter Howe und nach der Eingemeindung unter der Stadtverwaltung Bad Vilbel im Jahr 1973 fertiggestellt und eingeweiht werden. In dieser Zeit fanden auch Veränderungen in personeller Hinsicht statt. 1971 gab Hermann Freisleben sein Amt als stellvertretender Ortsbrandmeister und 2. Vorsitzender ab, sein Nachfolger wurde Kurt Schneider. 1972 gab der 1. Vorsitzende und Ortsbrandmeister Kurt Müller sein Amt ab und neuer 1. Vorsitzender und Ortsbrandmeister wurde Kurt Schneider. Stellvertretender Ortsbrandmeister und 2. Vorsitzender wurde Rudolf Laupus. Das Amt des stellvertretenden Wehrführers wurde 1975 durch Ulrich Tschauder neu besetzt.
Infolge der Eingemeindung wurde die Massenheimer Wehr der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bad Vilbel als Zug angegliedert. Nach Inkrafttreten des Hessischen Brandschutzhilfeleistungsgesetzes im Januar 1971 wurde der aktive und passive Teil der Feuerwehr Massenheim getrennt. Seitdem sind die aktiven Kameraden Mitglieder der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bad Vilbel – Zug Massenheim.
Im Rahmen der Fahrzeugkonzeption für die Stadtteilfeuerwehren konnte 1981 ein Löschgruppenfahrzeug LF-16 in Dienst gestellt werden. Dieses Fahrzeug enthält einen 1600 Liter fassenden Wassertank, um einen schnellen ersten Löschangriff zu ermöglichen. Da sich das Aufgabengebiet der Feuerwehren immer mehr in Richtung der technischen Hilfeleistungen verschiebt, beinhaltet das LF-16 neben den Gerätschaften zur Brandbekämpfung eine Hilfeleistungsausrüstung, um beispielsweise bei Verkehrsunfällen tätig werden zu können. Durch die immer größer werdenden Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren nimmt die Ausbildung und Schulung des einzelnen Feuerwehrmannes einen hohen Stellenwert ein. Die Teilnahme an Lehrgängen der Landesfeuerwehrschule und die Ausbildung durch Führungskräfte der eigenen Wehr haben einen Ausbildungsstand der Massenheimer Kameraden ein hohes Niveau erreichen lassen. Eine Besonderheit stellt in diesem Zusammenhang die Durchführung eines Führerscheinlehrganges für die Klasse 2 dar, in dem 14 Kameraden diese Fahrerlaubnis erwerben konnten. Die in der Jugendfeuerwehr erworbenen Kenntnisse ermöglichen den übernommenen Jugendlichen, schon nach kurzer Zeit den Erfordernissen der Einsatzabteilung gerecht zu werden.
Auch der Bereich der Alarmierung wurde von der Entwicklung im Feuerwehrwesen erfasst. Wurde früher durch die Alarmierung mittels Sirene die gesamte Bevölkerung aufgeschreckt, was insbesondere in der Nacht als nachteilig empfunden wurde, sorgen heute 14 Funkalarmempfänger in Massenheim für eine stille Alarmierung. Nur noch in Ausnahmefällen, wenn viele Einsatzkräfte benötigt werden, wird auf die Sirenenalarmierung zurückgegriffen.
1983 konnte der zweite Schritt in der Fahrzeugkonzeption verwirklicht werden. Ein VW-Bus, der im Feuerwehrdienst als Mannschaftstransportfahrzeug dient, wurde mit städtischen Mitteln und Geldern des Ortsbeirates erworben. Dieses Fahrzeug enthält keine wesentlichen feuerwehrtechnischen Gerätschaften, da seine Funktion aus dem Transport von Einsatzkräften besteht. Darüber hinaus soll der MTF als Fahrgelegenheit zu Dienstveranstaltungen der Jugendfeuerwehr dienen. Das Löschfahrzeug LF-8 wurde dem Zug Heilsberg zur Verfügung gestellt.
Im Bereich der Nachrichtenmittel entspricht die Ausrüstung dem in der Stadt Bad Vilbel vorhanden hohen Standard. So sind alle Einsatzfahrzeuge mit Funk auf dem 4-Meter-Bereich ausgestattet und können von der Leitstelle zu den jeweiligen Einsatzstellen geleitet werden. Darüber hinaus stehen den Führungskräften Handsprechfunkgeräte zur Verfügung, mit denen sie Ihre Entscheidungen den jeweiligen Einheiten unmittelbar weiterleiten können. Die für den sachgerechten Einsatz dieser taktischen Geräte notwendige Ausbildung haben die Massenheimer Kameraden bei Funkunterweisungen und Sprechfunklehrgängen erworben. Diese Kenntnisse können auch bei den über den Massenheimer Bereich gehenden eingesetzt werden. So stellt die Feuerwehr Massenheim regelmäßig Einsatzkräfte zur Wahrnehmung des Einsatzleiterdienstes für die Gesamtwehr zur Verfügung. Die von diesen Kameraden gemachten Erfahrungen kommen der Schlagkraft der Massenheimer Wehr zugute.
In naher Zukunft ist eine weitere Veränderung im Fahrzeugpark zu erwarten. Der Umbau des SW-1000 in ein TSF befindet sich im konkreten Planungsstadium, kann aber erst nach den Jubiläumsfestlichkeiten realisiert werden. Mit diesem Fahrzeug kann dann die häufig auftretende Notwendigkeit der Wasserentnahme aus offenem Gewässer effizienter gestaltet werden.
Neben dieser Entwicklung auf dem feuerwehrtechnischen Sektor kann auch auf rege Aktivitäten aus dem vereinsleben zurückgeblickt werden. Das 1963 erstmals ausgerichtete Bornfest ist aus dem Terminkalender für Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken. Es erfreut sich wachsender Beliebtheit und ist dieses Jahr zum ersten Mal wegen des Jubiläums ausgefallen.
Seit 1982 ist die Gemeinnützigkeit des Vereins vom Finanzamt anerkannt worden. Aus diesem Grund sind ab diesem Zeitpunkt die Spendengelder steuerlich absetzbar. Eine der Hauptaufgabe des Vereins ist die Unterstützung der Einsatzabteilung. Dies ist in Form der Mitfinanzierung von Ausrüstungsgegenständen oder Ausrichtung von Aktiven-Ausflügen in vorbildlicher Weise geschehen.